DINGE DIE MAN ALS KIND GELIEBT HAT,
BLEIBEN IM BESITZ DES HERZENS
BIS INS HOHE ALTER.
DAS SCHÖNSTE IM LEBEN IST,
DASS UNSERE SEELEN NICHT AUFHÖREN AN JENEN
ORTEN ZU VERWEILEN,
WO WIR EINMAL GLÜCKLICH WAREN.
Kahil Gibran
In den letzten vier Jahren ist die Anzahl der
Menschen mit Demenz um 9% gestiegen, ganz einfach,
weil die Bevölkerung immer älter wird
(aus Alzheimer INFO Nr. 48).
Auch wir in der Hofmatt werden mit der stetigen
Zunahme der Diagnose "Demenz, Alzheimer-Krankheit"
konfrontiert. So lag es auf der Hand, dass bei
unserem Um- und Anbau-Vorhaben die Errichtung
einer Dementenabteilung unbedingt möglich
sein musste, weil demente Menschen andere Bedürfnisse
mit Bezug auf Betreuung und Pflege haben, als
andere alte und pflegebedürftige Personen.
Wir besuchten Heime, welche bereits Erfahrungen
mit einer Dementenabteilung gemacht haben und
konnten uns so optimal für unser Projekt
Betreutes Wohnen im Bambusgarten vorbereiten.
Am 21. Februar 2007 war es dann so weit: Unser
Bambusgarten – die Abteilung für demenzbetroffene
Menschen – wurde in Betrieb genommen. 9
BewohnerInnen finden hier ein Zuhause. Zudem bieten
wir auf dieser Abteilung 1 Tages-/Ferienplatz
an. Das bestens motivierte BetreuerInnen-Team
unter der Leitung von Daniela Müller richtet
seine Unterstützung, Pflege und Betreuung
nach den Bedürfnissen und Gewohnheiten dieser
BewohnerInnen aus.
Aus dem Bericht von Daniela Müller
Wir unterstützen die BewohnerInnen bei der
Erhaltung ihrer Ressourcen und bestärken
sie, noch selber tätig zu sein.
Wir respektieren die Einzigartigkeit jedes Einzelnen
und berücksichtigen seine früheren und
aktuellen Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten.
Wo nötig, geben wir diplomatisch und diskret
Hilfe und Unterstützung. Die wertschätzende
Haltung ist für uns alle selbstverständlich.
Der demente Bewohner lebt meistens in einer anderen
Realität. Er betrachtet seine jeweils aktuelle
Gedankenwelt als wahr und richtig und widersetzt
sich - unbewusst – unseren Normen und Werten.
Das ist ein Teil des Wesens dieser Krankheit und
wir müssen lernen, damit umzugehen.
Demenzbetroffene können an einem Tag ganz
verschiedene Fähigkeiten zeigen. So sind
auch wir Mitarbeiterinnen gefordert, uns im Laufe
eines Tages sehr häufig auf verschiedene,
wechselnde Realitäten einzulassen.
Was macht Wohlbefinden aus?
Das Gefühl, etwas wert und für andere
wichtig zu sein
Das Gefühl, etwas tun zu können, wichtig
zu sein
Das Gefühl, mit anderen in Kontakt zu treten,
eine Antwort zu erhalten
Das Gefühl, akzeptiert und verstanden zu
werden
Das Gefühl der Hoffnung und des Vertrauens
Von diesen Grundgefühlen ausgehend,
gestalten wir den Alltag im Bambusgarten
Bei der Pflege und Betreuung richten wir uns
nach den Bedürfnissen und Gewohnheiten unserer
BewohnerInnen.
Damit die noch vorhandenen Fähigkeiten möglichst
genutzt werden, beschränken wir uns auf diskrete,
diplomatische Unterstützung und Anleitung.
Wir möchten dem Bewohner so viel Unabhängigkeit
und Entscheidungsfreiheit wie möglich zugestehen,
selbst wenn damit gewisse Risiken in Kauf genommen
werden müssen.
Der grosse, gemütliche Wohnbereich mit Küche
und herrlichem Blick auf See und Berge ist der
zentrale Lebensraum unserer Abteilung. Hier wird
der Alltag gemeinsam gelebt: Rüsten, kochen,
backen, haushalten, essen, zusammen Zeitung lesen
und viele andere Tätigkeiten knüpfen
dort an, wo die BewohnerInnen ihre Ressourcen
und Möglichkeiten ein Leben lang aufgebaut
haben.
Über den ganz speziell abwechslungsreich
gestalteten Garten und die grosse Terrasse freuen
sich die Bambusgarten-BewohnerInnen sehr. Auch
dieser Teil ist auf die besonderen Bedürfnisse
von Demenzerkrankten abgestimmt.
Die BewohnerInnen entscheiden je nach Lust und
Laune, an welchen Aktivitäten oder Veranstaltungen
des Alterszentrum Hofmatt sie teilnehmen möchten.
Die Nachmittage verbringen wir vom Bambusgarten
mit einkaufen, spazieren, Ausflügen, malen
und gestalten, singen, turnen, Spiel und Spass,
etc.
Das gemeinsame Nachtessen mit gemütlichem
Beisammensein und Fernsehen beschliesst dann den
Tag. Die BewohnerInnen entscheiden selber, wann
sie zu Bett gehen möchten.
Die Arbeit mit desorientierten Menschen zeigt
auch uns manchmal unsere Grenzen. Wenn wir aber
offen sind für die vielen, oft unscheinbaren
Erlebnisse, bereichert uns das sehr in unserem
täglichen Engagement.
Wir sind bereit, uns auf die Gefühlswelt
der
dementen BewohnerInnen einzulassen und werden
dadurch
ermutigt, unsere Ausdrucksmöglichkeiten zu
erweitern, kreativ zu sein und immer wieder Neues
zu wagen!
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